… war das. Hunde-begeisterte HobbyfotografInnen aus dem hohen Norden, dem schönen Schwarzwald und dem Ruhrgebiet trafen sich am 12. und 13. Juni 2010 für den Hundefoto-Workshop mit Ingrid Weidig bei Hunterbunt in Erkelenz:

Claudia kam mit Icy, Australian Shepherd. Hauke reiste mit Christiane und den beiden Manchester Terriern Jantar und Ciaran an. Petra ließ ihren Senfhund Paul lieber zuhause, hat aber versprochen, noch ein Foto nachzureichen. Das sollte ja mit den neu erlernten Fähigkeiten kein großes Problem werden. 😉 Auch ich hatte beschlossen, soweit wie möglich mit meinen Oldies Kessy und Merlin teilzunehmen.

Ingrid Weidig brachte ihre Hündin Sheila (Australian Shepherd) mit.

Einer kurzen Begrüßung in der Halle folgte ein kleiner Lockerungsspaziergang. Die Stimmung war angenehm aufgeregt und fröhlich. Dies galt auch für die Hunde, die sich  bei dieser Gelegenheit ebenfalls beschnuppern und nebenbei noch die Morgentoilette erledigen konnten. Das einzige, was an diesem Morgen nicht wohlgestimmt war, war der graue Himmel. Es regnete Bindfäden!

Immerhin, für die  Theorie war dieses Wetter gerade recht. Ingrid erläuterte, was es mit ISO, Blende, Schärfentiefe usw. auf sich hat und welche Wechselwirkungen diese Faktoren aufeinander haben. Außerdem gab sie Einblicke in bildgestalterische Grundlagen. Was ist der  ‚goldene Schnitt‘? Wie wirkt sich grelles Licht oder auch Schatten auf die Wahrnehmung des Bildes durch den Betrachter aus? Wieso wirken absolut ‚perfekte‘ Bilder manchmal so wenig ansprechend? … und weshalb sollten wir uns beim Fotografieren nicht immer sklavisch an so genannte eiserne Regeln halten? Alleine die Erläuterung und Diskussion dieser Punkte brachte so manchen Kopf schon heftig zum Glühen! 😉

Es folgten erste kleine Praxisübungen in der Halle, damit die TeilnehmerInnen ein Gefühl dafür bekommen konnten, wie ihre jeweilige Kamera auf die unterschiedlichen, von Ingrid vorgegebenen Einstellungen reagiert. Da hatten einige Leutchen die ersten Aha-Effekte. 😯

Von einer kleinen Grill- und Denkpause unterbrochen, zeigte Ingrid dann anhand verschiedener Beispiele, wie unterschiedlich ein und dasselbe Bild wirken kann, wenn man es z.B. schneidet oder evtl. die Lichttemperatur leicht verändert. Verblüffend, wie sehr ‚kleine‘ Eingriffe die Wirkung eines Fotos auf den Betrachter beeinflussen können!

Gegen 16.00 Uhr hatte der Wettergott endlich ein Einsehen mit uns. Wir bewaffneten uns also mit Kamera, Hund, Motivationsmittelchen usw. und machten uns auf den Weg zu einem großen abgeernteten Feld, wo wir das Abendlicht bis fast zum letzten Sonnenstrahl ausnutzten:

unterwegs-zur-ersten-location

Dort folgten zunächst die obligatorischen Portraitaufnahmen einiger Hunde (Merlin hatte zu diesem Zeitpunkt beschlossen, dass er viiiieeeeeel zu müde wäre, um für uns noch zu modeln :mrgreen: und mit Kessy war auch nicht mehr viel los). Sheila machte es vor:

bitte-recht-freundlich

Die anderen Hunde machten es nach:

Dann galt es einige Interaktionen zwischen den Hunden, Hunde beim Spielen mit unterschiedlichen Objekten und aus verschiedenen Winkeln zum Sonnenlicht zu fotografieren:

Die Aufgabe überhaupt aber war das Fotografieren eines auf uns zu laufenden Hundes (bzw. mehrerer).

jantar-und-weg Zum Einen liefen die Hunde natürlich nicht einfach automatisch in einer vorgegebenen Linie auf uns zu. Für mich bedeutete das mehrfach, dass sich das Motiv just im Augenblick des Auslösens leider *schwupps* aus dem Bild entfernte: 😡

Zum Anderen können Australian Shepherds zwar schon wegen ihrer Geschwindigkeit eine echte Herausforderung sein. Aber wir hatten die Rechnung ohne Jantar und seinen Kollegen Ciaran gemacht. Diese beiden kleinen ‚Rennsemmeln‘ waren echt der Oberhammer! :mrgreen:

Im Fotografierwahn verloren alle TeilnehmerInnen das Zeitgefühl und so ging es erst kurz vor 22.00 Uhr wieder zurück zur Halle und dann in die Unterkünfte.

So spät wir uns abends getrennt hatten, so früh trafen wir uns morgens wieder. Schließlich hat auch das Morgenlicht seinen besonderen Reiz. Außerdem wollte Ingrid unbedingt Fotos von Hunden im Wasser haben.

auf-der-suche-nach-dem-richtigen-hintergrund Zunächst suchten wir ein kleines Fleckchen, wo wir die Hunde nett z.B. im hohen Gras – und dabei auch noch in einem günstigen Winkel zur Morgensonne – platzieren konnten. Kein leichtes Unterfangen, denn frei zugängliche, nicht landwirtschaftlich genutzte Flächen oder womöglich gar bunte Wiesen haben bei uns wahrlich Seltenheitswert. :roll:

Immerhin fand sich eine kleine Ecke inmitten von Brennesseln, in die aus verständlichen Gründen nur die langhaarigen Hunde gingen, bevor es uns insgesamt dort zu ungemütlich wurde.

icy-in-den-brennesseln

Ein passabler Bachlauf fand sich dann auch bald.

Hier stellte sich den FotografInnen aber nicht nur die Herausforderung des sich bewegenden, spritzenden Wassers und der sich immer wieder, natürlich immer möglichst nah am Menschen schüttelnden Hunde. Wirklich zu schade, dass wir keine Filmaufnahmen von dem Ballet haben, das sich dem Betrachter bot, wenn vier Leute beim Nahen des nassen Hundes wie auf Kommando aus der Hocke emporschossen und in fast perfekter Synchronie ihre Kameras möglichst weit nach oben reckten. Das alleine wäre eigentlich schon ein tolles Bild geworden! :mrgreen:

Merlin allerdings mag keine fließenden Gewässer bzw. Wasser überhaupt und Kessy steigt aufgrund ihrer alten Knochen mittlerweile schon von selbst nur noch sehr vorsichtig und nur an flachen Stellen in die Fluten. Daher gibt es auch hier wieder nur Fotos von den Aussie-Damen und den Manchester-Herren.

Abschließend gab es – zurück in der Halle – eine ausführliche Bildbesprechung. Jede(r) TeilnehmerIn stellte eine kleine Vorausauswahl zur Diskussion und Bewertung durch Ingrid. Dabei gab es noch manchen Tipp,  wie das eine oder andere Motiv noch besser eingefangen werden könnte. Interessant war auch, dass einige Fotos von manchen Betrachtern als nicht so gelungen beurteilt wurden, während sie von anderen als richtig toll empfunden wurden. Erfreulich war immerhin, dass jeder von uns im Schnitt 5 Fotos hatte, die voll und ganz durch Ingrids ‚Qualitätskontrolle‘ kamen. Das mag nach wenig klingen, aber für Hobbyfotografen, die nicht regelmäßig auf die Pirsch gehen und üben finde ich diese Ausbeute richtig gut. Nun bleibt uns allen nur, weiterhin brav zu üben, üben, üben.

Fazit:
Dieses Wochenende war für mich sehr lehrreich, aufregend und spannend. Es hat mir bei aller Anstrengung irre viel Spaß gemacht! Die TeilnehmerInnen waren durch die Bank sehr angenehm zu handeln, umsichtig und einfach nur nett. Die Hunde haben sich in der ihnen fremden Umgebung richtig klasse verhalten. Dies gilt für die Halle wie auch draußen in Feld und Flur. Bis auf zwei oder drei kleine, absolut im Normbereich liegende Grummeleien untereinander haben sie sich gut verstanden und sind sich im Zweifelsfall aus dem Weg gegangen. So wünscht frau sich das!

Ich danke Ingrid Weidig für den wirklich intensiven Einsatz an diesem Wochenende. Dem hatten einige von uns (ja, ja – ich auch!) wenig entgegen zu setzen. Wir haben viel von Dir lernen dürfen. Es wird sicher eine Weile brauchen, bis sich die geballte Flut von Informationen und Eindrücken gesetzt hat. Meine eigenen Bilder verbessern sich immerhin zusehends. Die obigen Bilder sind übrigens nicht großartig bearbeitet worden, sondern wurden allenfalls geschnitten. :-)

Ich danke den TeilnehmerInnen für die lieben Mitbringsel, für die gute Laune, die konzentrierte Arbeit und die Geduld. Vielen Dank an die Partner im Hintergrund, die uns die Teilnahme am Workshop durch ihre Unterstützung ermöglicht oder zumindest erleichtert haben. Vielen Dank auch an Christiane, die kurzerhand einfach als lebendiger Pflock / Kennel / Animateur mit eingesprungen ist. Du hast das klasse gemacht!

Übrigens:

Es wird im Frühjahr 2011 wieder ein Hundefoto-Workshopwochenende geben! Vermutlicher Termin wird das erste April-Wochenende sein.

Darüber hinaus wird Ingrid Weidig planmäßig im Mai 2011 einen eintägigen Themen-Workshop bei Hunterbunt durchführen.

Ich würde mich freuen, Euch bei passender Gelegenheit wieder in Erkelenz empfangen zu dürfen. Vielleicht sehen wir uns ja im Mai 2011 wieder?

Bis dahin … übt schön fleißig, macht immer noch schönere Bilder von Euren tollen Hunden und bleibt so nett wie Ihr seid!