In ihrem alten Hit fragen die Beatles: Wirst Du mich noch brauchen …, wirst Du mich auch ernähren, wenn ich einmal 64 bin?

Was für eine dumme Frage. Natürlich werden wir uns auch um unsere hündischen Familienmitglieder kümmern, wenn sie einmal alt sind!

Oder?

Die meisten Hunde wechseln wohl als ‚Babies‘ mit 8 – 12 Wochen in ihre neue Familie. Säugetierbabies sind niedlich.

Wer würde angesichts solcher Niedlichkeit sagen: Nö, wenn Du irgendwann alt und gebrechlich bist, werde ich keine Lust mehr auf Dich haben!

Kaum jemand ist sich in dem Moment jedoch wirklich bewusst, wie das Alter sich auf den hündischen Partner und auf das Zusammenleben mit ihm auswirken kann.

Häufig hört oder liest man, wie besonders und intensiv das Leben mit einem alten Hund ist. Ja, das ist es! Es ist aber auch anstrengend. Für die Seele, für die Nerven und durchaus auch körperlich. Dessen sollte sich jeder (angehende) Hundehalter bewusst sein. Vor allem aber darf sich kein Hundehalter dieser Verantwortung entziehen, wenn es dann erst mal soweit ist!

Der Hund hatte schließlich keine Wahl. Nicht er hat beschlossen, mit uns zu leben. Wir haben beschlossen, ihn aufzunehmen!

Damit haben wir die Verantwortung übernommen … für ein komplettes Hundeleben und nicht nur für die besten Jahre.

Unsere erste Hündin war noch nicht einmal 7 Jahre, als wir sie von ihrem Leiden erlösen lassen mussten. Charly folgte ihr im Alter von 12,5 Jahren. Mancher mag da denken, dass dieser Hund doch ein gutes Alter erreicht hat. Ja, hat er! Aber er wurde nicht wirklich ‚alt‘. Sein schwaches Herz setzte ihm ein (vorzeitiges) Ende.

Nun leben noch Kessy und Merlin bei uns. Merlin wird mit seinen 13 Jahren zusehends alt. Seine Gelenke werden morsch, die Zähne waren schon mal besser und der Rücken wird immer steifer. Langsam machen sich erste Arthrosen in den Vorderpfoten bemerkbar. Zudem legt sich langsam, aber unübersehbar ein Schatten über seine Augen.

Wirklich alt ist allerdings Kessy mit ihren mittlerweile 16 Jahren. Bei ihr hat der Alterungsprozess vor ca. 4 Jahren eingesetzt. Zunächst wurde sie schwerhörig. Mit 14 Jahren war sie praktisch taub. Mit 12 Jahren durchlebten wir das erste Mal das geriatrische Vestibularsyndrom mit ihr. In diesen Zeitraum fiel auch die erste Tumoroperation. Dann wurde der Rücken langsam steif, danach die Hüften. Sie ist seit einer ganzen Weile öfters tüddelig. Die Schaltungen in ihrem Gehirn geraten dann kurzzeitig durcheinander. Ihre Augen lassen nach. Das merken wir immer öfter vor allem in der Dunkelheit.

All dies sind keine wirklichen Probleme. Unser Leben mit Hund ist dadurch einfach bedachter und langsamer geworden … inzwischen wirklich sehr viel langsamer!

Die Strecken unserer Spaziergänge werden immer kürzer. Das ist okay. Schließlich gibt es soooo viel zu schnuppern auf unseren Runden. 😉

Was ihr allerdings eine ganze Weile Probleme bereitete, war das regelmäßige Säubern ihrer Kehrseite. Seit gut einem Jahr kann sie das einfach selbst nicht mehr. Sie kann ihre Wirbelsäule nicht mehr weit genug biegen und kommt somit nicht mehr dran. Sauberkeit ist jedoch – gerade auch in diesem Bereich – wichtig. Sauberkeit war auch ihr immer sehr wichtig. Also hat sie sich an die Prozedur gewöhnt … und wir auch.

Der nächste Schritt war, ihr beim Stuhlgang zu helfen. Sie ist nach wie vor ‚dicht‘. Keine Spur von Inkontinenz. Das ist keine Selbstverständlichkeit bei einem Hund ihres Alters. Es gibt aber Tage, an denen sie es einfach nicht schafft, ihre Wurst rauszupressen. Wir müssen also manchmal (nach)helfen. Schließlich wollen wir nicht, dass unsere Oma verstopft. Auch daran haben wir uns alle gewöhnt. Es gibt wirklich Schlimmeres!

Manch einer mag jetzt fragen: Muss das denn sein?

Ja, es muss! Denn Kessy hat immer noch Spaß am Leben. Sie ist immer noch interessiert an dem, was um sie herum geschieht. Sie hat immer noch eine – für ihre Verhältnisse – unglaublich gute Koordination. Sie will noch leben. Deshalb muss das sein! Wir haben uns damals für sie entschieden – in guten wie in schlechten Zeiten. 😉

Zuguterletzt: Ein alter Hund ist ziemlich sicher auch ein teurer Hund!

Die moderne Medizin ermöglicht und erleichtert vieles. Auch die Homöopathie kann erstaunliche Dinge vollbringen. Kessy und Merlin profitieren beide gewaltig davon. Schon seit Jahren. Aber diese Unterstützung kostet Geld. Geld, das wir gerne in unsere alten Hunde investieren. Jedes einzelne Lächeln unserer Oldies ist es das wert. Solange sie Spaß am Leben haben, werden wir ihnen diesen nach unseren Möglichkeiten auch gönnen und ermöglichen.

Einen wunderbaren Artikel und viele weitere Informationen zum Thema ‚Alter Hund‘ finden Sie übrigens auch hier.